am Freitag, 5. März 2021
aus Vanuatu
Online auf Bibel TV

Weltgebetstag

Der Weltgebetstag 2021 kommt aus Vanuatu, einem Inselstaat
im Südpazifik, der rund 80 Inseln umfasst und sich über eine
Länge von 1.300 km erstreckt. Vanuatu ist knapp 16.000 km von
Aidlingen entfernt und soll uns doch in den nächsten Wochen ganz nahekommen, damit wir am ersten Freitag im März, am 5. März, Weltgebetstag feiern können - jedoch dieses Jahr nochmals anders als wir es uns erhofft hatten.

Am Freitag, 5. März haben Sie die Möglichkeit um 19 Uhr auf
Bibel TV einen Gottesdienst mitzufeiern und den ganzen Tag online auf www.weltgebetstag.de.


Wir, das ökumenische Vorbereitungsteam des Weltgebetstags aus Deufringen und Dachtel möchten den Blick auch auf das diesjährige Weltgebetstagsland Vanuatu, seine Frauen und das Thema des Gottesdienstes lenken.

Schauen Sie ab dem 15. Februar in unseren Kirchen in Deufringen, Dachtel und Aidlingen (Evangelischen Kirchen Deufringen und Dachtel und Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt Aidlingen) vorbei und lassen Sie sich überraschen.
Außerdem werden wir in den nächsten Wochen an dieser Stelle viel Interessantes zum Weltgebetstag veröffentlichen.

kath. Kirche Aidlingen

 

evang. Kirche Dachtel

 
 

Vanuatu – Bedrohtes Paradies

Regenwald, bunte Korallenriffe, Traumstrände, türkisblaues Meer – all das gehört zu Vanuatu. Eines der letzten Paradiese der Welt, wie es für den Tourismus beworben wird. Doch wohl  nicht mehr lange: Vanuatu ist vom Klimawandel stark betroffen, obwohl es kaum etwas zur Erderwärmung beiträgt, denn das kleine Land ist keine Industrienation und hat sogar ein rigoroses Plastikverbot. Trotzdem ist der Inselstaat bedroht wie kein anderes Land. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Steigende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbelstürme werden stärker.
Den Klimawandel stoppen ist eine Aufgabe, die nicht in Vanuatu geleistet werden kann. Deshalb wagt Vanuatu als erstes Land eine Klage gegen Unternehmen und Länder die fossile Brennstoffe in großem Stil verbrauchen. Kurzum: Wir brauchen politischen Willen und den Mut umzuwälzenden Entscheidungen. Vanuatu zeigt: Persönliche Veränderungen sind der erste Schritt, politische Entscheidungen müssen folgen.

 

Vanuatu – Kein Paradies für Frauen

Die Rollenverteilung von Mann und Frau ist auf Vanuatu sehr traditionell. Die Frauen kümmern sich um das Essen, die Kinder und die Pflege der Seniorinnen und Senioren. Auf sogenannten Mamma-Märkten verkaufen viele Frauen das wenige, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten.
Die Männer treffen die Entscheidungen für die Gemeinschaft. In den Städten sind sie vor allem in der Erwerbsarbeit und verfügen so über Einkommen. In den Dörfern spielt sich das Leben rund um das Nakamal ab, wo sich die Männer des Dorfes treffen, um wichtige Entscheidungen zu fällen – den Frauen ist es verboten, dort aufzutauchen. Frauen müssen sich Männern auf familiärer, kultureller und religiöser Ebene unterordnen. Das wird als sogenannter Kastom in Vanuatu angesehen, als traditioneller Wert. Verstoßen Frauen dagegen, drohen ihnen Schläge. Das belegt auch die einzige Studie über Gewalt gegen Frauen, die 2011 in Vanuatu durchgeführt wurde: 60 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass ihr Mann schon einmal gewalttätig geworden sei. Eine Frauenrechtsaktivistin, die anonym bleiben möchte, bezeichnet Vanuatu sogar als das „schlimmste Land der Welt“ für Frauen. Zwar schließen sich Frauen in Organisationen zusammen, um beruflich voneinander zu lernen und gründen Frauenparteien, um ihre Positionen in die Politik zu bringen. Doch eine Rolle im Parlament gehört für die Frauen nicht dazu. 15 Frauen haben sich 2020 zur Wahl gestellt, keine von ihnen zog ins Parlament ein.